KONZERTE KURZ WIEN JoPa Haselböck

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Kronen Zeitung

MUSIKVEREIN: Er ist unermüdlich präsent, zwischen Oper und Konzert, Wien und Raiding, Barock und Liszt: Martin Haselböck, der Dirigent. In seinem „ Stammhaus“leitete er Bachs „ Johannespassion“, mit der er den barocken Kronschatz schlechthin präsentiert: Bachs Meisterwerk in der vierten Fassung aus 1749. Haselböck ist ein Dirigent der harmonischen Stimmung. In einem ruhigen, meist beschaulichen Fluss lässt er das zweistündige Passionswerk dahinströmen. Großes Musiktheater packt er nicht in die Passion hinein – und muss er auch nicht! Denn die Wirkung entsteht durch ein unaufdringliches Spiel der Kräfte, durch schöne, stets gut austarierte Farben. Wo andere Dramatik forcieren, sucht Haselböck den Puls der Musik, malt mit satter Grundierung. So klingt das Orchester der Wiener Akademie nicht aufgeregt, eckig, kantig, sondern gefällt durch den schönen weichen Klang. Es fügen sich auch die Sänger tadellos ein: Tilman Lichdi ist als Evangelist überzeugend, Elisabeth Breuer gefällt mit klarem Sopran, Alois Mühlbacher mit Ausdruck, José Antonio López mit Fülle.

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